Dienstag, 7. Juni 2022

No rest for the wicked ones

 Noch ein paar Wochen, dann habe ich zwei Schulkinder, noch ein paar Stunden, dann habe ich einen anderen Job. Alles ändert sich und bleibt doch rahmenmäßig gleich. Noch immer von zuhause für mich, noch immer kurze Nächte und viel Körperkontakt benötigt. Und doch, die Abnabelung beginnt, und es fühlt sich gleichzeitig gut und furchtbar an. Ich vermisse meine Babies und bin stolz auf meine Kinder, auf ihre Entwicklung, auf ihr Wesen, vielleicht wird der Sommerurlaub die dringend nötige Pause und das Berappeln auf Status Hier und Jetzt bringen, um die Tage genießen zu können, anstatt ihnen hinterher zu hetzen. Bald wird Sommer sein, und alles wird wie immer am Ende gut.

Montag, 29. November 2021

The Carny

 Alle Jahre wieder...nun ist es wieder so weit, keine Präsenzpflicht mehr, Inzidenzen vom anderen Stern und Home-alles für fast alle von uns. Für mich erst vielleicht hoffentlich ab Nikolaus. Wer weiß. Alles ist ein Kampf, alles fühlt sich an wie eine riesige Partie Battlechess, bei der am Ende eh alle platt gemacht werden. Aber Hauptsache Weihnachtsschmuck und Kerzenschein und ein bisschen Gemütlichkeit. Die Stimmung ist ambivalent. Einerseits sind die Knirpse ganz froh über ein wenig Nestschutz, andererseits werden die Kameraden schmerzlich vermisst. Und der Input. Und der Tapetenwechsel. Das alles an Tag eins. Dann stolpern wir also durch die nächste beängstigende Welle ins neue Jahr und versuchen, so viel Schönes wie möglich hinzubekommen. Mal wieder.

Nun wackeln bei beiden Zwergen die Zähne und das gemeinsame Spiel ist ein Minenfeld mit sekündlich wechselnden Launen. Von " Ich liebe dich über alles" zu "du bist der/die Schlimmste der Welt" liegen nur Sekundenbruchteile und meine diplomatischen Fähigkeiten sind irgendwo auf der Strecke geblieben. Meine Wenigkeit ist dank Medikation entweder himmelhochjauchzend oder zu Tode betrübt und sowieso und ohnehin auf Notaggregat laufend. Aber das wird schon, wird ja immer. Wenn das Homeoffice nur endlich in trockenen Tüchern ist vergeht auch bestimmt dieses blöde Gefühl, nicht das, was von mir erwartet wird leisten zu können, ohne die Gesundheit meiner Kinder zu opfern. Alles wird gut, wie letztes Jahr und irgendwann werde ich das auch ernst meinen können.

Donnerstag, 11. November 2021

Life is a Cabaret

 Don‘t let them see that you are exhausted.

Don‘t let them know that you are hurt.

Don‘t show your soul to everyone.

Don‘ t let them know that you are stronger

Stronger than they think.

Just show them your best show.

Donnerstag, 5. August 2021

Almost over

 Lockdown Leben light. Letzte Ferienwoche für die Zwerge und erste Arbeitswoche für mich. Es scheint noch immer endlos. Selbst die geliebte Ostsee hat nur ein klitzekleinwenig geholfen, aber immerhin.

Gerade gestern gab es so einen Moment. Ich schaute mein Mädchen an. Schon so groß. Schon 5. So alt, wie ihr Bruder war, als Corona ihre Kindheit auf Eis legte. Und dabei noch so klein. Immer noch unterbrochene Nächte, immer noch ganz viel Mamaklammern. Dank der riesiegen Unsicherheit seit knapp 2 Jahren. Schulstart in Etappen für meinen Jungen und all das, worüber alle Eltern sich zur Zeit sorgen.

Silvester war ich noch vorsichtig optimistisch, dass es irgendwie irgendwann wieder normal wird. Nun sitze ich hier, vollständig geimpft und die Sorgen sind die gleichen. Weil es nach wie vor keine Luftfilteranlagen gibt, nach wie vor kein umfassendes Konzept für Schulen und Kitas, nach wie vor Kindheiten, die vor die Hunde gehen. Wenn ich so zurückdenke, wie lang und breit in der Kindheit ein Jahr war, von Sommerferien zu Sommerferien, das war eine unvorstellbare Menge an Zeit. Die Vorstellung, dass meine beiden diese unglaublich lange Zeit stark begrenzt erlebt haben, tut weh. Meine Kleine war das erste Mal seit langem wieder mit im Supermarkt. Vermutlich wusste sie gar nicht mehr, wie sowas aussieht, denn sie fragte mich mitten in der Gemüseabteilung, wo denn nun die Kinderkleidung hängt. Mal ganz abgesehen von der fast schon Phobie vor neuen Kontakten  des Großen. Natürlich bin ich dankbar, dass wir noch alle Großeltern, die vor der Pandemie da waren, weiterhin haben und wir alle glimpflich davon gekommen sind, doch der Preis ist schon recht hoch.

 Aber nun ist erstmal Sommer und um es mit Ronja Räubertochter zu sagen: " Das ist ein stürmischer Sommer, aber es wird besser".

Freitag, 28. Mai 2021

Into the wild

 So langsam aber sicher kommt die Wärme und die Hoffnung und mehr draußen ist ohnehin immer gut.

Dass wirklich ehrlich echt wieder täglich Schule sein wird glaube ich erst, wenn ich es sehe. Nahezu die gesamte erste Klasse lang zuhause zu sein ist kein besonders toller Start ins Schulleben, aber das wird schon. Irgendwie..

Ab und zu gibt es nun sogar Verschnaufpausen, ganz kleine, obwohl gerade zwei ziemlich kranke Kinder um mich rum liegen, während ich das schreibe. Aber fast schon wieder gut. 

dank eines neuen Laptops, der seinen Weg zu mir gefunden hat, denke ich sogar wieder über Schreibdinge nach, genauer, über die Ohrläppchen- Sache, die nun schon seit Jahren in meinem Kopf hin und her schwirrt und mal raus muss. Wenigstens etwas davon. Mal sehen, ob das wirklich voran geht. Noch muss Office noch hier drauf, dann kanns theoretisch los gehen.

Wenn ich eins von der Pandemie gelernt habe dann, dass ich das mit dem Lehramt besser nicht versuchen sollte. Zumindest nicht bei biologisch mit mir verbandelten Personen und nicht nebenbei. Die Geduldsfäden sind kurz, die Motivation ist im Keller. Wird Zeit, dass wieder die Profis dran sind.

Die Welt wird sich weiter drehen und vielleicht wird es sogar ein wenig Ostsee in diesem Sommer geben. Mit ein wenig Glück. Die ersten Spritzen sind gespritzt und die ersten Umarmungen darf es wieder geben. Haltet durch, ich vermisse euch, ihr ausgewanderten und zwangsweise nicht-Besucher. Bis ganz bald.


Mittwoch, 17. März 2021

Lost on you

 Es scheint endlos. Immer wieder neue Verzögerungen und kein Ausweg. Ich bin so verdammt müde. Immer da sein, immer kümmern, immer umsorgen. Ohne Pause und parallel zur Arbeit, zum Haushalt und was ist überhaupt mit uns Erwachsenen? Wieviel „ wir“ ist noch übrig in dieser seltsamen Spirale aus funktionieren und ständiger Sorge?

Wenigstens wird Frühling und die Spielplätze sind nicht geschlossen. Immerhin. Wieviele Kindergeburtstage werden noch nicht gefeiert? Wie oft werde ich noch alles ertragen, was aufgrund ständiger halbherziger Aufmerksamkeit mit voller Wucht auf mich einprasselt? Wieviele Vertröstungen noch, bis es wieder einen sorglosen Alltag gibt? Ohne Gedanken darüber, wie viele Leute wo sind und welche Kinder mit unseren wo zusammentreffen könnten oder dürfen, je nachdem. Jede Faser von mir ist müde. Jedes letzte bisschen Kraft wird Tag für Tag aufgezehrt. Und dann machen wir trotzdem weiter, weil wir müssen, weil es keinen Ausweg gibt. Weil es trotz allem mal schöne Erinnerungen geben soll. Weil wir schon so weit gekommen sind, ohne dass wir jemanden verloren haben. Bleibt tapfer, ihr rockt. 

Dienstag, 15. Dezember 2020

Dancing in the dark

 Wir sind vorbereitet.Vielleicht.Hoffentlich.Wir rasen volle Pulle und mit null Energiereserven in den nächsten Lock Down. Diesmal inklusive Beschulung zuhause. Zum Glück habe ich ab genau jetzt frei und kann zumindest bis nächstes Jahr voll und ganz Mama sein und hoffentlich nicht zusammenbrechen.

Stille Nacht.

Ein sehr runtergeschraubtes Fest mit umso mehr Konsum wird hoffentlich infektfrei über die Bühne gehen. Die Zwerge sind so tapfer, machen alles mit, sagen zu allem ja und fluchen inbrünstig auf Corona, was sie von Herzen gern dürfen, so viel sie wollen: Ich höre weg oder mache mit, je nachdem.

Das Virus scheint überall an der Tür zu kratzen. Passt auf euch auf, alle zusammen. Wobei es mich kolossal wütend macht, dass wir wegen ein paar Gesäßprimaten, die sich schlechter als meine Vierjährige an ein paar Regeln halten können, wieder so tief in der Tinte sitzen, wie wir es nun tun. Aber auch das wird vorüber gehen und nächstes Weihnachten findet hoffentlich wieder mit der ganzen Familie und mit allen verbleibenden Großeltern statt.

Augen zu und durch.

Freitag, 7. August 2020

Times, they are a-changeing

 Morgen ändert sich alles. Mal wieder. Nur noch ein paar Stunden. Eigentlich bin ich noch gar nicht bereit. Ich möchte mein Kleinkind noch stundenlang kuscheln und meinen Babyjungen nochmal stillen. Ich bin noch nicht bereit, eine Schulkindmama zu sein. Nur noch ein einziges Mal, dann lasse ich dich flügge werden, mein Wunder. Gleich. 

Dann schaue ich in das schmale, gar nicht mehr babyhafte, wunderschöne Gesicht und bin so stolz auf meinen großen Jungen. Nur noch einmal drücken, dann wieder ein Stückchen los lassen. 

Rock die Schule, wie du bisher alles aufgemischt hast, mein Sohn 💜

Donnerstag, 4. Juni 2020

I want to break free

Es lockert überall und drei Monate gleichzeitig Kinder bespaßen und Arbeiten sind rum. Wir sind noch immer eine Familie und das war im Prinzip das Ziel.
Ob und wie stark die Kids das Ganze mitgenommen hat und noch mitnimmt, das werde ich wohl in ein paar Jahren merken.
Noch zerreißt die teilweise vorhandene Betreuung die mühsam hingeflickte Routine mehr als sie entlastet, aber ein klein wenig mehr altes Leben ist viel wichtiger als das bißchen Arbeit/Haushalt/Rest der Welt. Wirklich. Sie mussten so viel zurückstecken und sich x-mal am Tag wegschicken und nicht-jetzt-anmaulen lassen, dass es mir schon im Herzen weh getan hat.
Hoffen wir mal inständig, dass die ganzen Primaten da draußen, die sich schlechter als meine fast Vierjährige an ein paar einfach Regeln halten können, diese winzig kleine Quelle normales Leben nicht gleich wieder ruinieren, weil Party machen ja wichtiger als Menschenleben schützen und allen Freiraum erhalten ist. Es macht mich so wütend.
Die Fragen, die so berechtigten Fragen meines Sohnes, warum nicht alle vernünftig sind, damit er sich noch von der Kita verabschieden und wirklich eingeschult werden kannt, kann ich kaum guten Gewissens beantworten. Da stehen wir nun, mittem im Sturm und sind so dankbar, dass bisher alle gesund geblieben sind, die uns nahe stehen und schauen zu, wie die Welt teilweise so tut, als wäre nie was gewesen. Wenn wenigstens die Einschulung nicht traumatisch, sondern einigermaßen "normal" wird, dann kann ich vielleicht so laaaaaangsam daran glauben, dass irgendwann alles gut wird.
Vielleicht.

Seid tapfer in dieser komischen Zeit, ich denk an euch alle, auch wenn ich mich wenig bis gar nicht melde. Denn jetzt kommt der Sommer und im Sommer wird ja bekanntlich immer alles besser. Irgendwie.

Dienstag, 17. Dezember 2019

Waiting for you

Advent, Advent...Lichter und Plätzchenduft und leuchtende Kinderaugen und Streit und Stress und ganz viel Zen.
Die Welt hat sich weitergedreht, wir sind arbeitsmäßig endlich bei Montag bis Freitag und tatsächlich interessanter Arbeit angekommen. Alles wird wie gehabt gut.
Die Wackelzahnpubertät und die Maximalautonomiephase brauchen alle meine Nerven auf und wir fahren Gefühlsachterbahn durch den alltäglichen Wahnsinn.
Das viele Dunkel zieht uns runter aber dem nachgeben kommt selbstredend nicht in die Tüte.
Nach fast sechs Jahren und einem letzten Streifzug durch die alten Klamotten stellte ich fest, dass die erbeuteten Pullover noch immer nach ihr riechen. Die Trauer ist sehr präsent dieser Tage.

So verbleibe ich dieses Jahr mit dem Wunsch einer glitzerfreudigen, turbulenten, lebendigen und kuschligen Weihnachtszeit für alle.
Rutscht gut in die neuen wilden Zwanziger :)

Freitag, 31. Mai 2019

You hurt me

Sommer, Sonne Sonnenschein ... und ne blockierte Schulter und zwei fiebernde Kinder...was kann schöner sein? Mehr alte Ärztesongs braucht das Leben.
Der ewige Kampf um Teilzeit zu vertretbaren Zeiten und der freie Tag der Vier Tage Woche nicht immer ganz zufällig am Feiertag geht in die nächste Runde, gleich dann, wenn ich meinen linken Arm wieder benutzen und die Kinder wieder in die Kita bringen kann. Aber für dumm verkaufen lasse ich mich nicht, auch wenn sich der Aufwand eigentlich nicht lohnt, aber das geht mir gegen den Strich. Ich hasse Ungerechtigkeit nun mal.

Nach Feierabend bin ich indes immer wieder ganz verblüfft, es gibt immer häufiger einfach ein „ ok“ oder „ dann mache ich das nicht, ist gut, Mama“ Ich stehe jedes Mal da wie vom Donner gerührt. Wie jetzt ok? einfach so? Wo ist mein Diskutier hin? ( Diskutier, das. Diskutiert einfach alles des Diskutierens wegen). Ist das die magische 5? Ist das gar Vernunft? Sollte ich doch etwas richtig gemacht haben? Sind sie doch keine Tyrannen?
Genießen und unbedingt schweigen, damit das Diskutier nicht zurück kehrt.
Bald ist alles babymässige endgültig weg und ein Teil von mir schreit nach Babynachschub, während mein Verstand genervt die Augen verdreht und die Hormone in ihre Schranken weist. Nochmal Babyjahre würden mich vermutlich endgültig um den Verstand bringen. Aber Babys riechen so gut und brauchen einen ständig und schlafen viel. Außer meine, die schliefen nur häppchenweise und erst nach zwei Jahren mal länger als zwei Stunden am Stück. Ich fürchte, mein Verstand gewinnt. Familienplanung abgeschlossen. Double Trouble ist ganz genau richtig und genug.



Before we meet again

 Meine Klasse ist toll, mein Leben ist voll, so richtig voll, so, dass ich im Prinzip nur reagiere. Aber das ist ok, ich bin zufrieden, da, ...